Menschen an der Grenze
Österreichisch-tschechische Grenze - eine Region, die durch den Stacheldraht zerrissen wurde. Auf einer Seite kleine Bauernhöfe, moderne Autos, Geschäfte voller Ware und entwickelte Dienstleistungen. Auf der anderen Seite landwirtschaftliche und industrielle Großproduktionen, stockende Versorgung und heimwerkliche Bastelarbeiten. Abgerissene Familienbeziehungen, Erinnerungen an Verwandte und Bekannte. Auf beiden Seiten aber abgelegene und vergessene Regionen eigener Länder.
Projekt „Stories“ versucht sich an der Rekonstruktion der Geschichte der Menschen, die an der österreichisch-tschechischen Grenze leben.
Die Projektpartner, das Nationale Museum für Fotografie in Jindřichův Hradec (Neuhaus), die Waldviertel Akademie in Waidhofen/Thaya und das Südböhmische Museum in České Budějovice (Budweis) untersuchten die beiden Regionen Südböhmen und das Waldviertel im Zeitraum 1945 bis 1989 anhand ausgewählten Ortschaften aus historischer und ethnologischer Sicht. Dazu forschten die Experten in zahlreichen Archiven, Chroniken und interviewten dutzende Zeitzeugen. Diese berichteten aus und über ihr Leben. Getrennte Leben? Oder doch nur zwei Seiten einer Münze? Was war anders in Neubistritz und Gross Siegharts, wo der Lebensrhythmus durch die Textilfabriken vorgegeben wurde? Was unterschied den Landarbeiter am Staatsgut in Český Rudolec vom Bauern in Oedt? Auf solche Fragen sollen Antworten gegeben werden.
Eines der Ergebnisse dieses Projektes ist die wandernde Fotoausstellung Stories/Menschen an der Grenze, die bis 6. Jänner 2012 dauert.
Die nächsten Ausstellungstermine: Suchdol nad Lužnicí 2.11.-11.11.2011,
Nové Hrady 15.11.-28.11.2011, Benešov nad Černou, 30.11.-7.12.2011,
Pohorská Ves 9.12.-17.12.2011, Jindřichův Hradec (Neuhaus 20.12.2011 -6.1.2012) .



